29.05.2018 Kategorie: Presse

Euro-VI-Norm auch für Feuerwehren möglich vfdb: Ausnahmeregelungen nicht mehr nötig

Einsatzleiter aus London berichtet über Brandkatastrophe im Grenfell Tower

Auch Feuerwehr- und andere Einsatzfahrzeuge können die Anforderungen der Euro-VI-Abgasnorm erfüllen. Bislang noch bestehende Ausnahmegenehmigungen, die für derartige Fahrzeuge noch die EU-Norm V zulassen, sind nach Ansicht der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) künftig nicht mehr erforderlich. Umfangreiche Erfahrungen der Feuerwehren in Berlin, Hamburg und Hannover hätten gezeigt, dass es keine nennenswerten Leistungseinschränkungen im Fahr- und Einsatzbetrieb gebe, sagte Christoph Bahlmann von der Berufsfeuerwehr Hannover am Dienstag während der 65. vfdb-Jahresfachtagung in Duisburg.

„Wir dürfen uns der umweltpolitischen Diskussion nicht verschließen“, betonte der Leiter des für Fahrzeuge und technische Hilfeleistung zuständigen Referats der vfdb, Karsten Göwecke von der Berliner  Feuerwehr. In einem Merkblatt gibt die vfdb entsprechende praktische Hinweise für die Umsetzung der Euro-VI-Norm. Das Papier ist über die Homepage (vfdb.de) zu beziehen. Die Ausnahmeregelungen waren ursprünglich zugelassen worden, weil die Einsatzkräfte Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit ihrer Fahrzeuge befürchtet hatten. Unter anderem ging es um höheres Gewicht und Sorge um Platzeinbußen. „Diese Skepsis war anfangs auch begründet. Inzwischen aber sind die Probleme gelöst“, sagte Christoph Bahlmann. In Hannover seien derzeit bereits 52 Feuerwehrfahrzeuge mit Euro-VI-Ausstattung in Betrieb. Zu den Zukunftsthemen der vfdb im Fahrzeugbereich gehören auch die Möglichkeiten von Elektroantrieben für Einsatzfahrzeuge, die Digitalisierung und die Ergonomie.

Zu einem eindrucksvollen Höhepunkt im Kongressprogramm wurde am Dienstag der Vortrag von Richard Mills von der Londoner Feuerwehr über den verheerenden Brand des Grenfell Towers, bei dem vor einem Jahr 71 Menschen ums Leben kamen. Mills war damals Mitglied der Gesamteinsatzleitung. Anhand von Bildern und Zahlen schilderte er den Verlauf der Katastrophe und die schwierigen Einsatzbedingungen. Innerhalb von Minuten hatten sich die Flammen an dem 24geschossigen Gebäude über die Fassade ausgebreitet. 200 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz. 13 Tage hatte der Einsatz gedauert, dessen polizeiliche und juristische Aufarbeitung nach Ansicht des Feuerwehrbeamten noch viele weitere Monate dauern wird.

Die Duisburger Jahresfachtagung der vfdb, an der rund 700 Experten teilnehmen, dauert noch bis zum Mittwoch. Zu den Höhepunkten gehört dann unter anderem die immer stärkere Belastung des Rettungsdienstes in Deutschland. Aber auch die Digitalisierung in allen Bereichen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz spielt weiter eine dominierende Rolle.

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