27.12.2017 Kategorie: Presse

Roboter, Exoskelette und ohne Blaulicht – die Zukunft der Feuerwehren?

Brand- und Katastrophenschützer planen für die kommenden Jahrzehnte

Schon in wenigen Jahren könnten bei Feuerwehren und Rettungsdiensten sogenannte Exoskelette zum Einsatz kommen – am Körper von Helfern angebrachte Stützstrukturen, die bei schweren Arbeiten als Unterstützung wirken. „Solche roboterartigen Geräte wären zum Beispiel wertvolle Hilfen für Sanitäter, die schwergewichtige Patienten durch ein Treppenhaus bringen müssen“, sagt Karsten Göwecke, Vorsitzender des Referats 6 der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb). Das Referat beschäftigt sich unter anderem mit den künftigen Herausforderungen und Entwicklungen im Brand- und Katastrophenschutz. „Allerdings sind Exoskelette angesichts der vielfältigen technischen und gesellschaftlichen Veränderungen nur einer von vielen Aspekten künftiger Einsatzmöglichkeiten“, betont Göwecke, der auch Ständiger Vertreter des Berliner Landesbranddirektors ist.

Ebenso wie sich die Randbedingungen ändern, müssen sich nach den Worten von Karsten Göwecke auch die angewandten Techniken ändern. „Einserseits bleiben die Menschen immer länger fit, andererseits sind auch bei den Feuerwehren immer mehr lebensältere Menschen aktiv“, gibt Göwecke zu bedenken. „Deshalb gilt es zu untersuchen, wie die vorhandene Kraft unterstützt werden kann. Ein elektronisch gesteuertes Exoskelett, das quasi ein zweites Skelett und einen künstlichen Muskelapparat bietet, könnte deshalb eines Tages Realität statt nur Vision sein.“

Vorerst Vision, aber dennoch im Gespräch der Zukunftsplaner, sind auch Einsatzfahrzeuge, die ganz ohne Blaulicht und Martinshorn auskommen könnten. „Wenn eines Tages in unseren Städten intelligente Fahrzeuge miteinander kommunizieren und beim Herannahen von Rettungsfahrzeugen automatisch ausweichen und Platz schaffen, ist das Sondersignal überflüssig“, ist sich der Referatsleiter sicher.

Weniger Zukunftsmusik, sondern schon vielfach im Einsatz sind dagegen Löschroboter. „Derzeit wird an einer Mensch-Maschine-Schnittstelle und einer Teilautomatik für bestimmte Funktionen gearbeitet“, erläutert Karsten Göwecke. „Das eingebaute Radar liefert in Kombination mit anderen Sensoren Umgebungsinformationen, die zur schnelleren Navigation in verrauchten Umgebungen dienen sollen.“ Aber auch die Fahrzeugtechnik der Zukunft soll ergonomischer, attraktiver und leicht bedienbar sein und sowohl jüngeren als auch älteren Helfern gute Arbeitsmöglichkeiten bieten. „Die Multifunktionalität der Fahrzeuge wird zunehmen. Fahrzeug- und Gerätebedienungen müssen an die Einsatzanforderungen und die Personalressourcen ausgerichtet werden“, heißt es dazu auch in einem Thesenpapier des vfdb-Referats, in dem die veränderten Herausforderungen der kommenden Jahre untersucht werden.  

„Wir appellieren deshalb an alle Verantwortungsträger in den Kommunen, sich für neue Techniken, Verfahren und Lösungen offen zu zeigen“, sagt Karsten Göwecke. „Nur dann sind Feuerwehr und Katastrophenschutz fit für die Zukunft.“

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