19.03.2017

Teilnehmerrekord bei Brandschutzgeschichts-Symposium in Fulda

Am Samstag dem 25.02. fanden sich rund 130 Teilnehmer zum Symposium: „Von Barmen bis Durlach – Bürgerliches Engagement in der Brandbekämpfung 1745-1847“ ein. 2017 jährt sich die erstmalige Verwendung des Begriffs "Freiwillige Feuerwehr" zum 170. Mal. So wurde der Begriff erstmals Feuerwehr 1847 in der Karlsruher Zeitung abgedruckt. Doch auch in den 100 Jahren vorher gab es bereits vielfältiges bürgerschaftliches Engagement im Brandschutz. In dieser Epoche zwischen Absolutismus, französischer Revolution, napoleonischer Herrschaft, Befreiungskriegen, Restauration, Biedermeier, 48er Revolution und unter dem Einfluss der industriellen Revolution entstanden die gesellschaftlichen Grundlagen unseres heutigen Feuerwehrwesens. Die Referenten stellten einerseits Organisationen zur Brandbekämpfung aus Orten vor, in denen bürgerschaftliches Engagement auch schon vor der erstmaligen Verwendung des Begriffs Feuerwehr deutlich wurde, wie etwa in Barmen 1745, Saarlouis 1811, Meißen 1841, Durlach 1846 und Karlsruhe 1847. Andererseits wurde ein Blick auf die Feuerspritzenherstellung und das Auszeichnungswesen in dieser Zeit, aber auch die Rolle Goethes in der Brandbekämpfung geworfen. Abschließend wurden Entwicklungsstufen in der Brandbekämpfung angesprochen. Auch wenn nebenbei immer wieder die Frage mitschwang, welches nun die erste Feuerwehr ist, so zielte die Diskussion nicht einseitig darauf ab. Gleichwohl ist besonders in der chronologischen Betrachtung deutlich geworden, dass die vorgestellten Organisationen mit der Zeit immer detaillierter aufgebaut und geregelt waren und immer mehr dem entsprachen, was wir heute noch unter Feuerwehr verstehen. Das dabei neben dem Willen zur Verbesserung, der sich im bürgerschaftlichen Engagement manifestierte, auch ein Blick auf die Art der Brandbekämpfung, die Struktur, die Ausrüstung und insbesondere die Ausbildung gelegt werden muss wurde deutlich.

Zu dem Symposium ist ein 240-seitiger Tagungsband mit den Beiträgen der Referenten erschienen, der zum Preis von 25,- Euro unter

noch bestellt werden kann. Im Tagungsband sind außer den genannten Vorträgen auch noch zwei Beiträge zum Kölner Pompier-Corps 1801 und zur Brandbekämpfung um 1800 in zeitgenössischen Abbildungen enthalten. Die inhaltliche Organisation der Veranstaltung lag beim vfdb Referat 11 Brandschutzgeschichte, die organisatorische Ausgestaltung wurde vom Deutschen Feuerwehr-Museum Fulda und dem Arbeitskreis Brandschutzgeschichte des Deutschen Feuerwehrverbandes begleitet. Bereits am Vorabend trafen sich rund 80 der Teilnehmer zum gemütlichen Austausch im Brauhaus Wiesenmühle, so dass auch der gesellige Austausch nicht zu kurz kam. Wir freuen uns schon auf die nächste derartige Veranstaltung!