20.03.2019

vfdb fordert DigitalPakt Feuerwehr und Rettungsdienst

Hilferuf der Retter: „Technologisch auf dem Stand der 80er-Jahre“

Paderborn/Münster. Feuerwehr und Rettungsdienst in Deutschland sind nach Einschätzung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) bei der digitalen Entwicklung weit abgeschlagen. „Häufig können Unfallorte und Patienten nicht schnellstmöglich erreicht werden, weil es an digitalen Standortdaten und vernetzten Navigationssystemen mangelt. Gleiches gilt für die optimale Disposition von Rettungs- und Notarztwagen“, sagte vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner anlässlich der bevorstehenden „safety days 2019“ an der Universität Paderborn (22.-24. März).

Aschenbrenner kritisiert ferner, dass wichtige Patienten- und Einsatzinformationen oftmals noch – falls sie überhaupt zeitnah zur Verfügung stehen – mündlich nach dem „Stille Post“-Prinzip weitergeleitet werden. Es mangele an einer Digitalisierungsstrategie, die für kompatible Systeme sowie Daten sorgt. „Es muss sicherstellt werden, dass Kernprozesse der Gefahrenabwehr wie Notrufabgabe und Einsatzleitung deutlich schneller, präziser und effizienter ablaufen“, so der vfdb-Präsident. „In vielen Bereichen sind wir technologisch noch auf dem Stand der 80er-Jahre.“

Mit dem „DigitalPakt Schule“ und dem neuen Förderprogramm „go-digital“ habe die Regierung bereits milliardenschwere Programme gestartet. Sie sei beispielhaft, um schon bei Jugendlichen die digitale Kompetenz zu fördern und bei mittelständischen Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu erhöhen. Jedoch dürfe der Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst nicht als Stiefkind behandelt werden. „Hier geht es um Menschenleben“, so Aschenbrenner. „Die Digitalisierung wird signifikant helfen, Personen- und Sachschäden zu reduzieren. Gleichzeitig kann durch gezielteren Ressourceneinsatz die Wirtschaftlichkeit verbessert werden.“

„Kommunen, Länder und der Bund sind daher gemeinsam gefordert, einen DigitalPakt für Feuerwehr und Rettungsdienst auf den Weg zu bringen. Neben der Förderung bei der Beschaffung von Ausstattung und Herstellung der notwendigen Infrastruktur muss eine Digitalisierungsstrategie entwickelt werden“, fordert der vfdb-Präsident. Um die notwendigen Entwicklungs-, Beratungs- und Qualifizierungsleistungen zu erbringen, ist es erforderlich ein „Zentrum für Digitalisierung im Feuerwehr- und Rettungswesen“ zu schaffen – ähnlich dem in Dortmund gegründeten Zentrum für Robotik in der Gefahrenabwehr.

Internetseite der Safety Days 2019

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