Referat 6

Referat 6 (FTH) - Fahrzeuge und technische Hilfeleistung

Vorsitzender:
Karsten Göwecke
Diplom-Physiker, Vertreter des Landesbranddirektors
Voltairestr. 2, 10179 Berlin
Fon: 030/387-10-901
Fax 030/387-10-999
E-Mail: karsten.goewecke@berliner-feuerwehr.de

Stellv. Vorsitzender:
Hubert Heissl
Dipl.-Ing., Prokurist, Rosenbauer International AG
Haidfeldstraße 37, 4060 Leonding, Österreich
Fon:+43 732 6794 - 526 , Fax: +43 732 6794 - 94526
E-Mail: hubert.heissl@rosenbauer.com

Beschreibung des Aufgabengebietes des Referates 6 der vfdb

Das Referat 6 hat einen technischen Bericht "Die Zukunft der Feuerwehrtechnik" veröffentlicht. Neu erschienen ist jetzt der Teil 2 Technische Entwicklung im Umfeld des Feuerwehrfahrzeuges

Das Referat 6 befasste sich zuletzt mit folgenden Themen:

 

 

Umsetzung und Weiterentwicklung der vfdb-Richtlinie 06/01 – Technisch-medizinische Rettung nach Verkehrsunfällen (RL 06/01)

Die RL 06/01 soll eine einheitliche Vorgehensweise bei der Befreiung eingeklemmter Personen aus Pkw gewährleisten. Sie dient ferner zu Aus- und Weiterbildungszwecken und als Basis für die Beschaffung und den Kräfteansatz. Als Ergänzung erschien bereits 2012 ein Merkblatt zur vfdb-RL 06/01. Es enthält die für die Einsatzpraxis wesentlichen Inhalte der Richtlinie in gestraffter Form und steht den Feuerwehren und Rettungsdiensten kostenlos als Download unter www.vfdb.de zur Verfügung. Die Richtlinie selber kann käuflich erworben werden.

Die Fortschreibung der RL wird in 2015 fortgesetzt werden. Geplant ist eine erneute intensive Abstimmung mit den im Rettungsdienst tätigen Vereinigungen und u.a. ein Abgleich mit der neuen S3-Polytrauma-Leitlinie der Gesellschaft für Unfallchirurgie. Auch neue Entwicklungen bei der Normung der hydraulischen Rettungsgeräte, der Hilfeleistungslöschfahrzeuge und der sonstigen Ausrüstungen sollen einbezogen werden.

Begleitung der Einrichtung der Koordinierungsstelle für Schneidversuche an neuen Pkw-Modellen

Die Koordinierungsstelle hatte mit dem Beginn des Jahres 2013 ihre Arbeit unter dem Dach der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie (BFRA) aufgenommen. Versuche an neuen Pkw-Modellen werden dort zentral angemeldet. Beobachterteams werden von Angehörigen der Feuerwehren und Feuerwehrschulen aus ganz Deutschland gestellt und begleiten die Schneidversuche vor Ort.

Hierfür wurde das vfdb-Merkblatt 06/03 „Durchführung standardisierter Schneidversuche an PKW“ entwickelt und im Februar 2014 veröffentlicht.

Die Erkenntnisse aus den Versuchen werden im Anschluss bei der Koordinierungsstelle gesammelt, nach der Auswertung den Feuerwehren in geeigneter Form zur Verfügung gestellt und sollen bei Bedarf in die Rettungsdatenblätter einfließen. Die erste zusammenfassende Auswertung der bisherigen Schneidversuche erfolgte im Februar 2014 in Berlin.

Erste Erkenntnisse konnten bereits in die europaweite Normung hydraulischer Rettungsgeräte eingebracht werden. Die Koordinierungsstelle ist unter der E-Mail kbf@berliner-feuerwehr.de zu erreichen. Das Referat 6 unterstützte das erste Treffen für die Beobachter, welche die gemeldeten Schneidversuche deutschlandweit betreuen. Das Treffen fand unter großer Beteiligung am 3. und 4. Dezember 2014 bei der Feuerwehr Ludwigshafen statt.

Ferner wurde auch die Erstellung einer Informationsschrift für Einsatzkräfte über alternative Antriebsformen seitens der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) unterstützt.

 

Mitarbeit in Sachen zentrale Abfrage „Rettungsdatenblätter“ über die Kfz-Kennzeichen beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Die erforderlichen gesetzlichen Änderungen sind zum 01.02.2013 in Kraft getreten. Durch den Zugriff der Leitstellen auf die Daten des KBA anhand des Kfz-Kennzeichens sind Einsatzinformationen schneller und leichter verfügbar. Auf die Ausgabe 02/2013 der „Brandschutz/Dt. Feuerwehrzeitung“ zum Schwerpunktthema „Verkehrsunfall“ ist an dieser Stelle hinzuweisen. Die Fachöffentlichkeit wurde u.a. im Rahmen der IAA in Frankfurt/Main über die Themen alternative Antriebe, Rettungsdatenblatt und Kennzeichenabfrage informiert.

Eine ähnliche Fachinformation erfolgte im Rahmen der Auto Mobil International (AMI) in Leipzig am 05.06.2014.

Der Zugriff ist mittels verschiedener Softwareanwendungen möglich, die gegen ein geringes Entgelt den Leitstellen zur Verfügung gestellt werden.

Das Referat 6 spricht sich für einen schnellstmöglichen Anschluss aller Leitstellen an dieses System aus, um eine flächendeckende Nutzung der Rettungsdatenblätter zu gewährleisten.

 

Mit dem Ziel der internationalen Standardisierung der Rettungsdatenblätter wurde im ISO TC 22 ein Normungsprojekt für Rettungsdatenblätter durchgeführt. Dieses Projekt wurde im deutschen Spiegelgremium seitens des Referats 6 begleitet, um hierdurch die als Anlage zur RL 06/01 definierte Form des in Deutschland gebräuchlichen Rettungsdatenblattes einzubringen. Inzwischen liegt der Entwurf in Form der ISO/FDIS 17840-1 „Road vehicles - Information for first and second responders - Part 1: Rescue sheet for passenger cars and light commercial vehicles“ vor.

 

 

vfdb-Merkblatt 06/02 „Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Luftrettung“

Anlass für die Entwicklung des Merkblattes sind Unsicherheiten bei den Feuerwehren hinsichtlich zu etablierender Verfahrensweisen sowie die erwartete Zunahme von Außenlandungen bei Dunkelheit und ihre Bedeutung für das Einsatzgeschehen.

Das in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft medizinische Leiter der Luftrettungsorganisationen erarbeitete Merkblatt 06/02 wurde im Juni 2014 veröffentlicht und steht unter www.vfdb.de zum Download bereit.

 

 

vfdb-Merkblatt 06/04 „Unfallhilfe und Bergen bei Fahrzeugen mit Hochvolt-Systemen“

Im Rahmen der Aktivitäten des Arbeitskreises Retten des Verbandes der Automobilindustrie e.V. (VDA-AK Retten) wurde die Notwendigkeit eindeutiger Arbeitshinweise für die Feuerwehr sowie Abschlepp-/Bergungsunternehmen für Fahrzeuge mit Hochvoltsystem erkannt. Unter Mitwirkung des Referats 6 hat der VDA ein Merkblatt entwickelt, das inhaltsgleich als vfdb-Merkblatt 06/04 „Unfallhilfe und Bergen bei Fahrzeugen mit Hochvolt-Systemen“ den Feuerwehren, seit der Veröffentlichung im Juni 2014, zur Verfügung steht.

 

Mitwirkung bei der Klärung von Fragen im Zusammenhang mit der Entnahme von Trinkwasser aus dem Leitungsnetz

Aufgrund der Diskussionen zur Entnahme von Trinkwasser aus dem Leitungsnetz im Feuerwehr-Einsatz werden von einer Expertengruppe der Feuerwehren und des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.) Verfahrensweisen erarbeitet. Das vfdb-Referat 6 wirkt hierbei mit. Hierbei wird seitens des Referats 6 das Ziel verfolgt, Kosten für Übergangslösungen weitgehend zu vermeiden und notwendige Anpassungen der Ausrüstungen nach Fertigstellung der neuen Regelungen im Rahmen ohnehin anstehender Ersatz- und Neubeschaffungen zu ermöglichen. Ein Schwerpunkt für die Feuerwehren wird seitens des Referats 6 bei der Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen zum Thema Löschwasserentnahme aus dem Trinkwassernetz gesehen. Der DVGW fordert im Entwurf des Arbeitsblattes W 405-B01 u.a. die regelmäßige Schulung der Einsatzkräfte in der Wasserentnahme und die Umrüstung der vorhanden Fahrzeuge und Pumpen u.a. mit: Druckbegrenzungsventilen, Rückflussverhinderern und Sammelstücke mit Einzelklappen. Die ab-schließenden Ergebnisse sollen gleichlautend im DVGW-Regelwerk und als vfdb-Merkblatt veröffentlicht werden.

 

 

Zukunft der Feuerwehrtechnik – Notwendigkeiten und Bedürfnisse

Das Referat 6 setzt sich fortlaufend mit der Frage auseinander, welchen Anforderungen Feuerwehrfahrzeuge in der Zukunft gewachsen sein müssen. Das Ziel war zu untersuchen, welche Notwendigkeiten und Optionen für die Feuerwehrtechnik in den nächsten Jahrzehnten bestehen. Die zentrale Frage, die sich das Referat 6 dazu gestellt hat, ist, wie Feuerwehrfahrzeuge und -ausrüstungen im Jahre 2025 aussehen können und müssen, um die Bedürfnisse optimal zu erfüllen. Die Arbeitsergebnisse werden in einem technischen Bericht mit dem Titel „Die Zukunft der Feuerwehrtechnik“ veröffentlicht. Der Teil 1 des Technischen Berichtes, der die Ergebnisse zur Entwicklung des Umfeldes der Feuerwehren zusammenfasst, wurde bereits 2010 auf der Homepage der vfdb veröffentlicht.

 

Der im Juni 2014 veröffentlichte Teil 2 des Technischen Berichtes widmet sich konkreter der Zukunft der Feuerwehrtechnik. Auf der Basis der Vorarbeiten wurde ein Thesenpapier entworfen. Daran schließen sich Inhalte an, welche die Megatrends und deren Relevanz für die Feuerwehr betrachten und deren mögliche Wirkung auf die Zukunft beschreiben. Die bedeutendsten Einflussfaktoren der zukünftigen technischen Entwicklung, die auf Feuer-wehrfahrzeuge, Geräte als auch Peripheriesysteme wirken können, sind in diesem Bericht zusammengefasst. Die Ergebnisse stehen unter www.vfdb.de zum Download bereit.

 

 

Aufstellflächen für Hubrettungsgeräte

Im Gegensatz zur allgemeinen Diskussion ist nach Abstimmung zwischen Herstellern und Anwendern festzustellen, dass moderne Hubrettungsfahrzeuge – speziell Drehleitern – auf Basis besserer Berechnungsmethoden und Abstützsysteme keine größeren Aufstellflächen benötigen, um die in den Normen festgelegten Eckpunkte zu erfüllen. Die allgemeine Zunahme von Fahrzeugmassen wird allerdings als langfristiges Problem bewertet, auf das frühzeitig auch baurechtlich reagiert werden muss.

 

 

Weitere Entwicklungen

Darüber hinaus beschäftigte sich das Referat 6 u. a. mit der Entwicklung der Beschaffungen von Feuerwehr-Fahrzeugen. Hierbei wurden auch unterschiedliche Tendenzen und Erfahrungen bei Sammelbeschaffungen in den Bundesländern erörtert. Ebenso war die Zulassung von Fahrgestellen mit Elektronische Fahrdynamik-Regelsysteme (ESP) ein Thema. Das Referat 6 befürwortet die Möglichkeit einer Ausnahme von der ESP-Pflicht bei Sonderfahrgestellen, für die technisch kein ESP notwendig ist bzw. ESP mit verhältnismäßigem Aufwand nicht realisierbar ist.

 

Darüber hinaus erfolgt unter dem Dach des Referates 6 ein laufender Informationsaustausch über die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Normung und Arbeit im Fachausschuss Technik der deutschen Feuerwehren (DFV/AGBF).

 

Aktuell ist das Referat 6 in die Diskussion über einen Verordnungsvorschlag der EU über die Anforderungen in Bezug auf die Emissionsgrenzwerte und die Typgenehmigung für Verbrennungsmotoren für nicht für den Straßenverkehr bestimmte mobile Maschinen und Geräte. Die bei den Feuerwehren eingesetzten Aggregate wie Tragbare Stromerzeuger, Tragkraftspritzen, Lüfter oder Motor-Pumpen-Aggregate fallen nach derzeitigem Diskussionsstand auch unter diese Richtlinie und somit gelten die Emissionsgrenzwerte für NOx, HC, CO und Partikel, sofern die jeweilige Motorleistung in eine geregelte Kategorie fällt. Die geforderten Abgaswerte lassen sich nur noch mit Katalysatoren erreichen und dies zieht wieder umfangreiche Prüfungen nach sich. Ziel der Diskussion muss es sein, dass zumindest die genormten Tragkraftspritzen von der Verordnung ausgenommen werden.

 

Das Referat 6 ist auf der INTERSCHUTZ in der Zeit vom 8. bis zum 13. Juni 2015 mit einem Info-Point auf dem Gemeinschaftsstand der AGBF und vfdb in der Halle 13, Stand C 86, präsent. Insbesondere sollen dort die Ergebnisse zum Thema "Zukunft der Feuerwehrtechnik" vorgestellt sowie Informationen zum vfdb-Merkblatt 06/02 "Zusammenarbeit Feuerwehr – Luftrettung" und zum vfdb-Merkblatt 06/01 "Technisch-medizinische Rettung nach Verkehrsunfällen" und zur zentralen Abfrage der "Rettungsdatenblätter" über die Kfz-Kennzeichen gegeben werden.