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21.07.2020 Category: Presse

Zehn Jahre nach Loveparade-Katastrophe:

Neue technische Standards zur Sicherheit von Großveranstaltungen

Zehn Jahre nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg (24. Juli 2010) hat das Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit (vfdb) an die mittlerweile hohen Standards zur Verbesserung der Sicherheit bei Großveranstaltungen erinnert. Bei dem Unglück am 24. Juni 2010 waren 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 500 wurden verletzt.

Zwei Forschungsprojekte haben nach Angaben von vfdb-Generalsekretär Dr. Dirk Oberhagemann wesentlich zur Sicherheit bei künftigen Veranstaltungen beigetragen. So seien im Rahmen des von der vfdb koordinierten Forschungsprojekts „Risiko Großveranstaltungen – Planung, Bewertung, EVAkuierung und Rettungskonzepte – EVA“ zahlreiche Veranstaltungen besucht worden. Dabei wurden seit 2009 Personenströme gefilmt und analysiert, um generelle Aussagen zur Planung von Großveranstaltungen ableiten zu können“, so Oberhagemann. „Auch die Loveparade in Duisburg gehörte damals dazu.“ Dort sei Filmmaterial von mehr als zehn Stunden Länge entstanden, das mit zur Aufklärung der dramatischen Abläufe beitragen konnte. Der zum Abschluss des Projektes veröffentlichte technische Bericht „Statische und dynamische Personendichten bei Großveranstaltungen“ diene mittlerweile als ein Standardwerk für Planer, Organisatoren und die universitäre Lehre.

Oberhagemann weist zugleich auf das Forschungsprojekt „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen – BaSiGo“ hin, dass zwei Jahre nach der Duisburger Loveparade mit Beteiligung der vfdb gestartet worden sei. Als Ergebnis habe die vfdb sechs Merkblätter zur Veranstaltungssicherheit veröffentlicht:

  • Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen
  • Sicherheitsabsperrungen bei Veranstaltungen
  • Brandschutztechnische Anforderungen an Märkte, Straßenfeste und ähnliche Veranstaltungen
  • Flucht- und Rettungswege bei Veranstaltungen im Freien
  • Verwendung von Pyrotechnik bei Veranstaltungen im Freien
  • Brandsicherheitswachdienst und Sanitätsdienst bei Veranstaltungen


„Diese Merkblätter stellen heute den Stand der Technik dar und dienen zur Verbesserung der Sicherheit von Großveranstaltungen“, betont der vfdb-Generalsekretär. „Damit ist ein Ziel der vfdb erreicht, nämlich aus innovativen Forschungsprojekten Hilfestellungen für den Endanwender im Bereich Schutz, Rettung und Sicherheit zu entwickeln und zu veröffentlichen.“

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