23.05.2017 Kategorie: Presse

Gefahrenabwehr vor neuen Herausforderungen

vfdb-Jahresfachtagung in Bremen zeigt Erfahrungen und Konsequenzen aus veränderten Einsatzbedingungen und moderner Technik auf

Neue Einsatzszenarien und neue Technologien stellen die für die Gefahrenabwehr zuständigen Organisationen vor immer größere Herausforderungen. „Die Welt ist im Wandel – auch die Gefahrenabwehr ändert sich“, sagte der Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb), Dirk Aschenbrenner, zur Eröffnung der Jahresfachtagung seiner Organisation am Montag in Bremen.

Aufgabe der vfdb sei es, mit Wissen und Forschung zur Gestaltung dieses Wandels beizutragen. Zugleich unterstrich er die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung. „Geht nicht, gibt’s nicht“, betonte Aschenbrenner in Anwesenheit des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer vor den fast 600 Vertretern von Feuerwehren und Hilfsorganisationen, weiteren Institutionen der Gefahrenabwehr sowie Forschungsstellen und Herstellern. Sie diskutieren noch bis zum Mittwoch über Erfahrungen und Konsequenzen aus aktuellen Einsätzen und über Entwicklungen.

Für eine heitere Einlage sorgte während der Eröffnungsfeier „Rettungshund Timmy“, Maskottchen der weltgrößten Messe für Brand- und Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit, INTERSCHUTZ. Der kleine Border Collie stürmte die Bühne und machte mit einem Schild auf die INTERSCHUTZ 2020 in Hannover aufmerksam. 

Zu den vielbeachteten Themen gehörte am Nachmittag „Herausforderungen und Bedrohungen – was bedeutet das für Feuerwehr, Polizei und Stadt?“ Dabei berichteten Professor Leo Latasch, ärztlicher Leiter der Frankfurter Berufsfeuerwehr, über Erfahrungen aus den Terroranschlägen von Paris sowie Wilfried Gräfling, Berliner Feuerwehrchef, über das Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Wolfgang Schäuble, Leiter der Feuerwehr München, ging auf Erkenntnisse aus dem Einsatz nach dem Amoklauf von München ein. 

Professor Reinhard Ries, Leiter der Feuerwehr Frankfurt, der die Veranstaltung moderierte, hob die entscheidende Bedeutung sozialer Netzwerke bei Großeinsätzen, insbesondere bei terroristischen Gewalttaten, hervor. Bereits mit der Alarmierung der Feuerwehr sei es erforderlich, dass sich geschulte Mitarbeiter um Netzwerke wie Facebook und Twitter kümmern. „Wir müssen den Menschen frühzeitig, spätestens nach 15 Minuten, online zeigen: Es kommen Informationen, wir sind präsent und berichten vom weiteren Geschehen“ Oberstes Gebot so Ries, seien grundsätzlich enger Kontakt und enge Absprachen mit der Polizei.

Zuvor bereits hatte vfdb-Präsident Aschenbrenner zum dritten Mal seit 2015 Markenlizenzverträge für das Nutzungsrecht an der Wort- und Bildmarke „Safety made in Germany“ überreicht. Es bescheinigt Produkten und Leistungen nachgewiesene exzellente Qualität bei der Anwendung. „Sie erhalten damit quasi einen ‚Ritterschlag’ und steigen in den ‚Qualitätsadel’ auf“, sagte Dirk Aschenbrenner. Der weltweit anerkannte hervorragende Ruf von „Sicherheit“ in Deutschland werde auf die mit dem Markenzeichen gekennzeichneten Produkte und Leistungen übertragen.

Fünf Unternehmen aus den Bereichen Information und Kommunikation, Trends und Innovation sowie Aus- und Weiterbildung erhielten in diesem Jahr die begehrten Lizenzverträge: Ebner Verlag GmbH&Co. KG für das „Feuerwehr-Magazin“ einschließlich der Derivate Online-Auftritt, Ausbildungssonderhefte und Social-Media-Angebote; cubos Internet GmbH für ein ganzheitliches, georeduntantes Alarmierungssystem „Groupalarm“; Geobyte Software GmbH für das Führungsunterstützungssystem „metropolyBOS“, hppberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH für „matchbox“, eine neuartige didaktische Wissensvermittlungen im Brandschutz. Ausgezeichnet wurden auch „one“, eine digitale Plattform für die sichere Stadt der Zukunft sowie die Bergische Universität Wuppertal, Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik für drei Studiengänge, die nach den Worten von Dirk Aschenbrenner „eine wesentliche Facette von Qualität der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr in Deutschenland“ darstellen.

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