25.05.2017 Kategorie: Presse

Nichts geht mehr ohne Vernetzung und Digitalisierung

vfdb-Jahresfachtagung in Bremen: Innovation und Tradition gehören zusammen

"In der Krise Köpfe kennen" - das ist eine der wichtigsten Botschaften der 64. Jahresfachtagung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) in Bremen. Nur durch gute Vernetzung  aller Institutionen zur Gefahrenabwehr können nach Erfahrung der Experten die veränderten und zunehmenden Herausforderungen insbesondere bei Großeinsätzen bewältigt werden. Auch soziale Netzwerke sind im Bereich der Gefahrenabwehr auf dem Vormarsch.

"Die Digitalisierung ist der Treibstoff, der die zivile Sicherheit erheblich verbessern kann. Lag der Fortschritt kürzlich noch in der Erstellung digitaler, portaler Feuerwehrpläne, bieten sich durch Vernetzung und Datenaustausch heute weit mehr Möglichkeiten," hieß es in einem der rund 50 Referate während des dreitägigen Kongresses, der am Mittwoch zu Ende ging.

"Die Bandbreite der Vorträge hat deutlich gemacht, welch großes Potenzial an Fachwissen wir in Deutschland auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung haben", betonte vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner zum Abschluss. "Dieses Wissen gilt es zusammenzuführen, um es in der täglichen Praxis zu nutzen. Die vfdb sieht sich als Motor, um Forschung und Wissenschaft zur Gefahrenabwehr voranzutreiben und Wegweiser für künftige Entwicklungen zu sein. Außerdem stehen wir als kompetente Ratgeber für Entscheider, auch im politischen Bereich zur Verfügung."

Zu den Themen am letzten Veranstaltungstag in Bremen zählte auch die Einbindung freiwillig Mithelfender aus der Bevölkerung bei Großschadenslagen, die noch vor einigen Jahren eher als Tabuthema gesehen wurde. Die Referenten waren sich einig, dass die Unterstützung sehr sinnvoll zu nutzen ist, um ein Ereignis zu bewältigen. Allerdings bedürfe die Integration Freiwilliger einer gewissen Planung und der Einhaltung von Standards.

Innovation ist in allen Bereichen der Gefahrenabwehr gefragt - und kein Widerspruch zur Tradition. Es gelte, bei neuen Entwicklungen auf die Erfahrungen aufzubauen, wurde betont.

Vernetzung heißt auch im Rettungsdienst die Devise - um die hohe Qualität zu halten, die steigenden Einsatzzahlen im Griff zu behalten und bei Ereignissen mit vielen Verletzten auch in der Fläche für optimalen Ressourceneinsatz zu sorgen. Als Beispiel für das Bemühen um höhere Effizienz und Vermeidung von Fehleinsätzen oder unnötige Alarmierung von Rettungs- und Notarztwagen wurde unter anderem ein Modell der Rettungsleitstelle in Niederösterreich vorgestellt, die bereits mit anderen Diensten, wie den Kassenärzten, eng vernetzt ist.

Auch die Möglichkeit, in Leitstellen einen Notarzt als "Teledoktor" einzusetzen, kam als Beispiel für eine Optimierung zur Sprache. Die Herausforderungen an einen modernen Rettungsdienst sollen auch in drei Jahren auf der INTERSCHUTZ 2020 in Hannover, bei der die vfdb ideeller Träger ist, ein Schwerpunktthema sein.

Zu den abschließenden Kongressthemen zählte der Brandschutz für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Kinder und Senioren. Dabei wurde zu bedenken gegeben, dass unter den Toten, die bei Bränden zu beklagen sind, mehr als 60 Prozent Senioren sind. Die bestehende Rauchmelderpflicht für bestimmte Räume reiche häufig nicht aus. Vielmehr sei eine Vollausstattung der Wohnung mit derartigen Geräten gerade bei alleinstehenden älteren Menschen sinnvoll. Appelliert wurde zudem an Angehörige, sich in den Wohnungen der Senioren umzusehen, ob dort ausreichend Rauchmelder vorhanden sind.

In seinen Schlussworten bedankte sich vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner bei der Bremer Feuerwehr als Gastgeber, den vielen Helfern und den Ausstellern. Im kommenden Jahr findet die vfdb-Jahresfachtagung, so steht bereits fest, in Duisburg statt.

Wolfgang Duveneck
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