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Referat 2

Die Rekord-Messe!

Die Interschutz 2026 wird gleich eine ganze Reihe von Rekorden aufstellen. Nie zuvor gab es so viele Aussteller und nie zuvor waren so große Teile des Messegeländes in Hannover belegt. Wir erklären, warum sich der Interschutz-Besuch in diesem Jahr lohnt, was die ideellen Aussteller vorbereitet haben und was am Gemeinschaftsstand von vfdb und AGBF Bund in Halle 13 (D50) geboten wird.

„Die erste Woche im Juni wird großartig“, versprach Dr. Jochen Köckler, der CEO der Deutschen Messe AG unlängst auf einer Pressekonferenz am Flughafen Hannover. Natürlich, der Geschäftsführer einer Messegesellschaft muss so etwas sagen. Aber vieles deutet darauf hin, dass Dr. Köcklers Euphorie berechtigt ist. Es scheint, dass die Veranstalter mit dem Motto „Safeguarding tomorrow“ für die Interschutz 2026 eine gute Wahl getroffen haben.

Kaum jemand hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass sich die Welt so gravierend verändern würde, meinte Dr. Köckler. Jetzt gelte es, die Welt gemeinsam sicherer zu machen. Die Bedeutung des Bevölkerungsschutzes – über viele Jahre vernachlässigt – steige wieder. „Wir highlighten das Thema Bevölkerungsschutz zum Beispiel mit dem BBK und dem THW in Halle 17“, so der Chef der Deutschen Messe AG.

Quasi ausgebucht sind in diesem Jahr die Hallen 27, 26, 17, 16, 15, 14, 13 und 12 sowie das dazwischenliegende Freigelände mit den markanten Holz-Pavillon. In Halle 23 unweit des Haupteinganges zum Messegelände (Eingang Nord 1) baut das DRK außerdem ein komplettes Feldkrankenhaus auf.

1.525 Aussteller haben sich für die Interschutz 2026 angemeldet. Damit wurde erstmals die magische Grenze von 1.500 geknackt. 2015, der bisherigen Rekord-Interschutz, waren es 1.453 gewesen. 2022 hatten viele Firmen wegen des Ukraine-Krieges auf eine Teilnahme verzichtet. Aus diesem Grund hatten vor vier Jahren auch nur 1.296 Firmen, Organisationen, Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Vereine ausgestellt.

84.052 Quadratmeter Fläche waren 2022 belegt. Sieben Jahre zuvor wurden noch 107.327 Quadratmeter benötigt, um alle Stände platzieren zu können. Und auch in diesem Punkt gibt es einen neuen Rekord zu verzeichnen. 112.463 Quadratmeter sind in diesem Jahr belegt. „Die Branche ist 2026 wieder komplett vertreten“, sagt Dr. Köckler. Besonders freut sich der Messechef über die Startup-Area in Halle 16. Zentral an einer Stelle auf dem Messegelände finden sich Firmenneugründungen, die innovative Ansätze und Technologien präsentieren. „Einige dieser Startups werden für Furore sorgen“, ist sich Dr. Köckler sicher.  

Vieles deutet darauf hin, dass es 2026 auch einen neuen Besucherrekord geben könnte. Schon Anfang des Jahres lagen der Deutschen Messe AG zum Beispiel Anfragen von 30 Delegationen aus der ganzen Welt vor. 2015 passierten 156.844 Personen die Drehkreuze, 2022 wurden 84.920 Gäste gezählt. Insider hoffen in diesem Jahr auf 160.000 Besucher.

Der Besuch in Hannover vom 1. Juni bis zum 6. Juni lohnt sich gleich aus mehreren Gründen. Im Vordergrund stehen natürlich die Produktneuheiten. „Aber auch der Erfahrungsaustausch und das Netzwerken spielen eine wichtige Rolle“, sagt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. Den ganz besonderen Reiz der Interschutz macht die Kombination aus „Emotion und Business“, wie es Dr. Köckler nennt. Gemeint ist damit vor allem die Rolle der ideellen Aussteller ohne kommerzielles Interesse. Über 60 Vereine, Bündnisse, Gewerkschaften, Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Verbände, Sammler, Universitäten und Forschungseinrichtungen haben sich angemeldet. Dazu gehören zum Beispiel der Deutsche Feuerwehrverband, die Feuerwehren Hannover und Berlin, die Johanniter Unfallhilfe, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und die Deutsche Rettungsflugwacht -und natürlich die vfdb, die sich wieder auf einem Gemeinschaftsstand mit der AGBF Bund in Halle 13, Stand D50 präsentiert.

Anders als 2022 sind in diesem Jahr keine Vorträge am vfdb-Stand geplant. „Dafür belegen wir täglich den Zeitslot von 13 Uhr bis 14.30 Uhr des Interschutz-Forums“, berichtet vfdb-Geschäftsführer Roman Peperhove. Beim Interschutz-Forum handelt es sich um ein 2022 eingeführtes Format. Jeweils im Halbstunden-Rhythmus wechseln die Referenten. „Die Vorträge zu aktuellen Themen sollen maximal 20 Minuten dauern“, erklärt Interschutz-Pressesprecherin Silke Gathmann. „Danach kann noch 10 Minuten diskutiert werden. Dann erfolgt der Wechsel.“ Eine Anmeldung der Zuhörer oder Zuhörerinnen ist nicht erforderlich. 80 Sitzplätze stehen zur Verfügung. Das Vortragsprogramm beginnt jeweils um 9.30 Uhr und endet um 17.30 Uhr.

Außerdem veranstaltet die vfdb von Dienstag (2. Juni) bis Freitag (5. Juni) im Raum München im Erdgeschoss des Convention Centers (CC) hinter den Hallen 14 bis 17 den Kongress „Gefahrenabwehr im Wandel: Strategien für Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der Zukunft“. Dienstag und Mittwoch geht es unter der Überschrift digital, vernetzt, resilient um Europas Rettungsdienst im Wandel. „Hochrangige Vertreter aus sechs europäischen Ländern stellen vor, wie der Rettungsdienst bei Ihnen organisiert ist, finanziert wird und vor welchen Herausforderungen sie aktuell stehen“, erklärt Matthias Ludwig vom Interschutz-Organisationsteam der vfdb. Die Moderation übernimmt Professor Dr. Klaus Rungaldier. Der Donnerstag steht unter dem Motto „Quo vadis Bevölkerungsschutz: Zwischen Zeitenwende-Euphorie und gesellschaftlicher Überforderung?“. Die Vorträge am Freitag behandeln den nationalen Waldbrandschutz. Schadenslagen wie Waldbrände kennen keine Ländergrenzen und auch die Feuerwehr der Zukunft endet nicht an der bundesdeutschen Grenze. Der abschließende Konferenztag verbindet die operative Perspektive des nationalen Waldbrandschutzes mit dem großen europäischen Bild: der Neugründung des Verbandes der Feuerwehren der Europäischen Union.

Damit passen die Themen des vfdb-Kongresses ideal zu den vier Fokusthemen der Interschutz 2026:

  • Auswirkungen des Klimawandels
  • Zeitenwende im Bevölkerungsschutzes
  • Nachhaltigkeit und
  • Künstliche Intelligenz.

Im Rahmen der FEU Leadership Conference werden am 3. und 4. Juni außerdem rund 300 europäische Führungskräfte aus Feuerwehr und Katastrophenschutz auf dem Messegelände in Hannover zusammenkommen, um über die strategischen Herausforderungen und Zukunftsthemen der Branche zu diskutieren. Die Federation of European Fire Officers (FEU) steht für das Netzwerk europäischer Feuerwehrverbände und staatlicher Feuerwehren, die sich zum Ziel gesetzt haben, Kontakte zu hauptamtlichen Feuerwehr- und Rettungsdienstmitarbeitern in Europa zu knüpfen, um sich über bewährte Verfahren auszutauschen. Am 2. und 3. Juni findet in den Kongressräumen der Halle 19 auch die CP-Konferenz zum Thema „Zivile Kräfte voraus: Operationsplan Deutschland 2.0!“ statt.

Zu den Besonderheiten der Interschutz gehören auch die Wettbewerbe, die auf dem Messegelände organisiert werden. Bei den FireFit European Championships messen sich Feuerwehrfrauen und -männer aus der ganzen Welt in Hannover. An allen Tagen steht der FireFit Parcours auf dem Freigelände der Messe von 10 bis 16 Uhr allen interessierten Feuerwehrleuten offen. Startplätze müssen vorab online gebucht werden.

Bei der dritten internationalen Holmatro Rescue Challenge treten 28 Teams aus aller Welt treten gegeneinander an. Mit hydraulischen Rettungsgeräten müssen auf dem Freigelände eingeklemmte Patienten möglichst schnell und Patienten schonend aus einem Unfallfahrzeug befreit werden. Um die Rettung von verunfallten Atemschutzgeräteträgern geht es am Stand des TFA-Teams der Feuerwehr Hamburg.  Dabei zählen nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Teamwork, klare Kommunikation und die richtige Taktik – so wie im echten Einsatz.

Erstmals gibt es auf dem Freigelände einen eigenen Höhenretter-Pavillon (34). Die Fachgruppe SRHT (Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen) der Feuerwehr Hannover feiert unter Expodach mit diversen Vorführungen ihr 25-jähriges Bestehen. Am letzten Messetag findet zudem ein Leistungsvergleich der Höhenretter statt.

Wissenswertes zum Interschutz-Besuch

Wann: vom 1. Juni bis zum 6. Juni

Wo: Messegelände, 30521 Hannover

Öffnungszeiten: täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr

Eintrittspreise: Tagesticket 29 Euro, ermäßigt 24 Euro, Dauerticket 59 Euro

Parken:

Weitere Informationen:  www.interschutz.de

Bisherige Messen    

1953: Der Vorläufer der heutigen Interschutz fand vom 5. bis zum 14. Juni 1953 in Essen statt. Veranstalter war die erst drei Jahre zuvor gegründete Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). 75.000 Besucher kamen zur „Bundesausstellung für Brandschutz und Rettungswesen – Der Rote Hahn“. Schon damals gab es die Mischung aus ideellen und kommerziellen Ausstellern.

1961: Zusammen mit der Messe- und Ausstellungsgesellschaft Köln und der Berufsfeuerwehr veranstaltete die vfdb vom 23. Juni bis zum 2. Juli die Internationale Ausstellung für Brand-, Strahlen und Katastrophenschutz „Interschutz – Der Rote Hahn“.

1972: Vom 24. Juni bis zum 2. Juli fand die nächste „Interschutz – Der Rote Hahn“ in Frankfurt statt. Der industrielle Teil wurde von der Messe Frankfurt gestaltet, die vfdb richtete den ideellen Teil aus. 72.000 Besucher passierten die Kassenhäuschen.

1980: Vom 7. bis zum 15. Juni war Hannover erstmals Gastgeber für die Ausstellung für den Brand- und Katastrophenschutz. Die Feuerwehr Hannover feierte parallel ihr 100-jähriges Bestehen, der DFV den Deutschen Feuerwehrtag. Das Engagement der Feuerwehr Hannover und dessen Leiter Rolf-Dieter Bräunig führten dazu, dass auch die Folgemesse wieder in der niedersächsischen Landeshauptstadt veranstaltet werden sollte. 388 Aussteller, 120.000 Besucher. 

1988: Mit 134.000 Besuchern wurde in Hannover ein neuer Rekord aufgestellt. Die Messe lief vom 5. bis zum 10. Juni.

1994: Wieder in Hannover, wieder ein Besucherrekord: 138.424. Fast 1.000 Aussteller belegten vom 3. bis zum 8. Juni 91.374 Quadratmeter Fläche.

2000: Wegen der zeitgleich in Hannover abgehaltenen Weltausstellung Expo fand die Interschutz vom 21. bis zum 25. Juni in Augsburg statt – parallel zum Deutschen Feuerwehrtag.     

2005: Zurück in Hannover stellte die Interschutz, die gemeinsam mit der Fachausstellung für Polizei und Innere Sicherheit, der Interpolice, durchgeführt wurde, mit 140.000 Besuchern einen neuen Rekord auf.

2010: Parallel zum 28. Deutschen Feuerwehrtag organisierte die Deutsche Messe AG die Interschutz vom 7. bis zum 12. Juni in Leipzig. 123.266 Besucher zählten die Veranstalter.

2015: Als bisherige Rekordmesse gilt die Interschutz 2015. 157.000 Besucher strömten vom 8. bis zum 13. Juni auf das Gelände der Deutschen Messe AG in Hannover. Seit dieser Veranstaltung ist die Messe AG auch wirtschaftlicher und rechtlicher Träger der Interschutz. Die vfdb bleibt für den ideellen Teil zuständig. Letztmals taucht noch der Name „Der Rote Hahn“ auf.

2022: Wegen der Corona-Pandemie musste die für 2020 geplante Messe auf das Jahr 2022 verschoben werden. Da Russland im Februar des Jahres die Ukraine angriff, herrschte weltweit eine große Unsicherheit. Dies machte sich sowohl an den Aussteller- als auch den Besucherzahlen der Interschutz bemerkbar. Mit 84.052 Besuchern und 1.296 Ausstellern gilt die 11. Interschutz vom 20. bis zum 25. Juni in Hannover trotzdem als erfolgreiche Veranstaltung.

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